January 30, 2011

der Funken

 
Schon seit einer Weile schwebt mir ein Post über diesen Film vor. Oder, besser gesagt, der diesen Film als Ausgangspunkt für eine Frage nimmt. Beim Suchen im Internet fand ich die perfekte Einleitung.
AM ANFANG WAR DAS LICHT geht in genauer Recherche einem Phänomen auf den Grund, das in der westlichen Welt gemeinhin als Humbug oder Esoterik-Unsinn abgetan wird. Die dramaturgisch Kraft bezieht der Film aus dem Forscherdrang seines Regisseurs, der detektivischen Neugier, ein Phänomen zu untersuchen, das eigentlich nicht sein darf, für das es aber so viele Indizien gibt, dass "man dreiviertel tot sein muss", wie David Albert von der Columbia University sagt, "um sich nicht dafür zu interessieren".

[Quelle: aus dem offiziellen Pressematerial und Begleittext zum Film]

Ein Film von P.A. Straubinger und vom selben Produzenten von "We Feed The World" und "Let's Make Money".

Ich selber habe den Film nicht gesehen, doch dies ist nicht der springende Punkt. Was Wissenschaftler von einem solchen Film halten können ist perfekt im hier verlinkten Kommentar von Ulrich Berger auf ScienceBlogs wiedergegeben. Und ich möchte es ihm nicht verübeln. Ich möchte mich dazu gar nicht äussern. Ich weiss nicht ob der Film von Tatsachen handelt oder nicht. Ich habe schon mal geschrieben, dass ich wenig von Esoterik halte, von dem Versuch also bestimmte unerklärliche Dinge erklären zu wollen, unter die Leute zu bringen. Doch genau dies werde ich jetzt nicht lassen können. Ich halte wenig von "besonderen Gaben" die man einfach weitergeben möchte. Wenn es sich dabei tatsächlich um besondere Gaben handelt, dann wird man sie nicht einfach so weitergeben können. Kurz gesagt: Ich bin meistens mehr als skeptisch bei gewissen Phänomenen. Doch ich schliesse sie nicht grundsätzlich aus.


Wie auch immer. Ich bringe diesen Film, weil ich die Hypothese eines solchen vermeintlichen Phänomens als Ausgangspunkt für eine viel generellere Frage benützen möchte. Zu Beginn war der Urknall. Dabei wurde eine Symmetrie gebrochen, Materie und Anti-Materie verhielten sich nicht mehr auf symmetrische Weise, wodurch die Naturgesetze unseres Universum die sind, die wir heute kennen. Irgendwo, in Bezug auf ein symmetrisches Verhalten, scheint Anti-Materie zu fehlen. Oder so. Ein Wissenschaftler kann das viel besser erklären als ich. Vielleicht sogar schon mein Sohn, keine Ahnung. Wie auch immer.

Meine Frage ist nun: Ist es wirklich vollkommen ausgeschlossen, dass Kreativität (in all seinen unendlichen Erscheinungs-Formen) der fehlende Teil sein könnte? Ich meine damit auch zum Beispiel die Kreativität der Natur, welche sich von einer Ur-Brühe hin zur heutigen Vielfalt entwickelt hat. Ihr Wille, DNA weiter zu geben, um jeden Preis. Die unwahrscheinlichsten Strategien, die sie dazu entwickelt hat. Ich meine... Wir wissen inzwischen, dass Lebensformen eine Reise durch das All überleben können. Ganz zu schweigen von den extremsten klimatischen Verhältnisse hier auf der Erde, die praktisch immer auf die eine oder andere Weise von der Natur überwunden werden konnten. Und selbst wenn sich der Same einer Pflanze in ein "künstliches Koma" versetzen muss, über eine Zeit welche die spätere Lebensdauer der Pflanze selbst um Längen übertrifft. Vulkane auf dem Grund des Ozeans sind von Lebensformen bevölkert. Das Eis. Die Wüste.

Und dann die Tiere. Die Teilweise Gedächtnis entwickelt haben, wie die Elefanten die regelmässig dem Grab ihrer Vorfahren Besuche abstatten. Die Träumen. Fühlen. Den Kontakt zu anderen Tieren schätzen. Nähe und Zuwendung. Es scheint mir als verfügten alle Säuglinge gemeinsam die Fähigkeit, ein Jungtier eines anderen Säuglings sofort als solches zu erkennen, selbst wenn sie mit der Spezies noch nie zuvor irgendwelchen Kontakt gehabt haben. Irgendwas ist in uns Säuglinge so programmiert, dass wir einen anderen Säugling, in seiner verletzlichsten Entwicklungs-Phase sofort einschätzen können und ihn nicht als Bedrohung empfinden werden (zumindest wenn die andere Spezies in etwa von der selben Grössen-Ordnung ist). Und, fühlt ein Säugling dass das Baby vor ihm auf sich alleine gestellt ist, wird er sehr oft Zuwendung empfinden. Mutter-Tiere sowieso.

Und dann der Mensch. Wie gefesselt sind Kinder die vor einem Clown sitzen? Oder Studenten vor ihrem Lieblings-Professor? Wie gespannt sitzt man im Kino und wartet darauf zu erfahren, wie sich der Hauptdarsteller aus der Patsche ziehen wird? Oder wann sich das Paar nun endlich küssen wird? Was ist das, wenn der Mensch den wir lieben den Raum betritt? Was bedeutet der Ausdruck "Die Luft war elektrisch"? "Es war etwas in der Luft"? Da war rein gar nichts in der Luft. Und doch, welche unglaubliche Energien sind in solchen Situationen mit im Spiel...! Wenn man ein Buch liest, und es fast nicht aus der Hand lassen kann? Was passiert da? Ist nicht Energie mit im Spiel? Wenn ich "von den Lippen meines Gegenübers hänge"? Wenn sich 2 zusammen tun und eine Idee entwickeln? Was ist eine Idee? Was ist Liebe? Was ist Trauer?

Ja, natürlich, Liebe und Trauer sind Gefühle. Vieles, was beim Menschen nicht gemessen werden kann, ist Gefühl. Und dennoch können Energien mit im Spiel sein, die ein Leben verändern. Und die selben Energien spielen mit, wenn wir Tag für Tag Interesse für etwas empfinden. Was ist dieses Interesse? Die unglaublichen Kräfte die es mobilisieren kann? Was ist das, das uns antreibt? Ausser Kalorien, Sauerstoff, Verbrennung, usw. — was ist da noch?

Ist es wirklich ausgeschlossen, dass der Göttliche Funken der Bruch in der Symmetrie sein könnte? Ich weiss es nicht. Doch ich würde jedem Wissenschaftler glauben, der mir dies beweisen würde.